What’s Sub, Singapur? Interview mit Nicole Wang

Denkt man an moderne Metropolen, denkt man unweigerlich an Singapur. Der Stadtstaat ist seit 1965 souverän und gilt als eines der höchstentwickelten Länder der Welt. Digitalisierung ist etwas, dass in Singapur bereits vor Corona selbstverständlich war und im Umgang mit der Pandemie einiges erleichtert hat. Wir haben mit unserer Kollegin Nicole Wang, Regional Marketing Manager bei LucaNet ASEAN, darüber gesprochen, wie es sich anfühlt, ein Digital Native zu sein, und was das Leben in Singapur so besonders macht.

Erzähle uns doch ein bisschen etwas über Singapur! 

Singapur ist erst seit 56 Jahren unabhängig, dementsprechend ist es ein vergleichsweise junges Land. Ethnien, Kulturen und auch das Essen sind sehr vielseitig. In Singapur gibt es viele verschiedene Küchen. Außerdem findet man hier das günstigste Gericht mit Michelin-Stern – es kostet etwa drei Euro! Besonders ist auch die sogenannte Hawker-Kultur, ein zentraler Bereich mit kleinen Essensständen. Diese Hawker Center findet man überall. Das treibt die Lebensmittelpreise nach unten. Außerdem ist die Stadt technologisch sehr fortschrittlich.

Wenn man die Fußgänger auf den Straßen beobachtet, sieht man nur die neuesten iPhones. Generell jagen wir immer den neuesten technologischen Errungenschaften hinterher. Auch die Gebäude und die Stadtstruktur im Allgemeinen ist sehr modern, das schließt auch Konzepte der Nachhaltigkeit ein: Nicht umsonst ist Singapur als „grünste Stadt der Welt“ bekannt, die mit den berühmten Gardens by the Bay oder bepflanzten Hochhäusern zeigt, wie eine Symbiose aus Beton und Natur funktionieren kann.

Die Mieten sind hier allerdings sehr hoch und Autos sind Luxusgüter, weshalb viele Leute die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen.

Wie funktioniert denn der öffentliche Nahverkehr bei euch?  

Viel besser als in Berlin! (lacht). In Singapur gibt es nur den Zug oder den Bus, das macht es sehr einfach. Die Zugfrequenz ist sehr hoch, man kann alle zwei bis fünf Minuten abfahren. So kommt man innerhalb einer Stunde quer durch das ganze Land. 

Tickets lösen wir einfach mit dem Smartphone. Das ist praktisch, denn man muss nicht anhalten, um ein Ticket zu kaufen oder herauszufinden, wie viel es kostet, zu einer bestimmten Station zu kommen. Man zückt einfach sein Smartphone und fährt los.  

Werden Smartphones auch gegen Corona eingesetzt? 

Unbedingt! Mithilfe einer App checken wir uns z. B. an bestimmten Orten ein. Damit kann die Regierung innerhalb eines bestimmten Zeitraums sehen, wer einen bestimmten Ort besucht hat. Hat man eine Risikobegegnung, wird man sofort benachrichtigt. Das hat sich als sehr effektiv erwiesen. Seit Monaten haben wir kaum Infizierte. 

Ich glaube, in Asien neigen die Menschen dazu, der Regierung viel mehr Glauben und Vertrauen zu schenken. Mit Start des Lockdowns sind alle zu Hause geblieben. Und wenn wir einkaufen gehen, hält jeder den Sicherheits-abstand ein und trägt eine Maske. Jeder hält sich an die Regeln, es gibt kaum Proteste. Allerdings sind auch wir noch nicht zurück in der Normalität. Nachtclubs und Karaoke-Bars sind immer noch geschlossen.  

Neue Arbeitsweisen in Corona-Zeiten 

Was bedeutet das für deine KollegInnen? 

Eigentlich hat sich unsere Arbeitsweise kaum verändert. Wir haben schon vor der Pandemie auf digitales Arbeiten gesetzt. Aber natürlich gibt es Einschränkungen: Man kann nicht mehr im Büro arbeiten und sich Papierrechnungen ansehen oder sich mit Kollegen unterhalten. 

Wir haben insofern Glück, als dass unser Team mit zehn Leuten klein ist. Für uns war die Umstellung einfach und wir haben sogar After-Work-Meetings, nur eben digital. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass wir uns fast augenblicklich an die Situation angepasst haben. Wir haben unseren gesamten Geschäftsbetrieb über Nacht umgestellt, ohne dass unsere Produktivität beeinträchtigt wurde. 

Nach dem Ende der Corona-Einschränkungen 

Was machst du als Erstes? 

Ich würde wirklich gerne wieder nach Japan reisen, einfach weil meine letzten Urlaubserfahrungen dort unglaublich waren. Das Essen war toll, die Leute, die Kultur, alles war einfach traumhaft. Wenn sich also die Grenzen öffnen, wird das der erste Ort sein, den ich wieder besuchen möchte. Und natürlich möchte ich auch gerne nach Berlin zurückkehren! 


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