Finanzmanagement in der Corona-Krise – Herausforderungen für Unternehmen

Jeremy Chia, |Corona
business mann mit datenstrom im hintergrund schaut aus dem fenster

Die Corona-Krise hat die internationale Geschäfts- und Finanzwelt erschüttert. Wie überall auf der Welt haben auch die Regierungen innerhalb kürzester Zeit Lockdowns verordnet, um die Übertragung des Coronavirus einzudämmen. Für Unternehmen, deren Betrieb durch das Coronavirus zum Erliegen gekommen ist, sind Spillover-Effekte dadurch unausweichlich.

Und auch wenn die Entwicklung der Ereignisse besorgniserregend ist, gibt es dennoch Chancen, die Unternehmen während dieser Zeit ergreifen können. Wer jetzt Verbesserungen in Angriff nimmt, kann gestärkt aus der noch bevorstehenden Post-Corona-Ära hervorzugehen.

Im März befragte LucaNet ASEAN Führungskräfte aus dem Finanzbereich, wie ihre Teams die außergewöhnliche Situation in Zeiten von Corona meistern. Mitte April haben wir außerdem ein Gremium aus 9 Führungspersönlichkeiten der Finanzbranche gebeten, die Erkenntnisse, die sie aus der Corona-Situation ziehen, miteinander zu teilen. Diese Umfragen und Diskussionen geben einen tiefen Einblick in die Auswirkungen von Corona auf die Geschäftswelt.

In diesem Beitrag fassen wir die wichtigsten Erkenntnisse aus unseren Umfragen und Diskussionen zusammen und zeigen Wege auf, wie Unternehmen unterstützt werden können. Denn selbst in den schwierigen Zeiten von Corona gibt es vieles, das getan werden kann.

Wie hat sich die Corona-Krise auf den Betrieb im Unternehmen ausgewirkt?

Abbildung 1: Auswirkungen auf den Geschäftsbetrieb nach Unternehmensgröße

Die überwiegende Mehrheit der Unternehmen (91 %) sieht sich entweder mit mäßigen oder schweren Störungen ihrer Geschäftstätigkeit konfrontiert. Außerdem lässt sich beobachten, dass Firmen mit weniger als 20 Beschäftigten sich stärker betroffen sehen als größere Firmen. 

Bei unserer CFO-Diskussionsrunde Mitte April schlossen sich einige Führungskräfte der Beobachtung an, dass mehrere kleine und mittlere Unternehmen einen Rückgang ihrer umsatzgenerierenden Aktivitäten um bis zu 90 % zu verzeichnen hatten. 

Darüber hinaus seien Anleger in diesem Zeitraum zunehmend skeptisch gegenüber Investitionen; so teilten die Finanzchefs mit, dass mehrere Investoren die Durchführung zuvor geplanter Geschäfte ausgesetzt haben.

Dies deckt auch den allgemeinen Zustand der Notfallvorkehrungen vieler kleinerer Unternehmungen auf – die sich typischerweise in der Start-up-Phase befinden. Die Corona-Pandemie macht deutlich, wie wichtig eine Planung zur Sicherstellung der Geschäftstätigkeit ist, und zwar unabhängig von der Größe des Unternehmens. Zwar können damit nicht alle Auswirkungen der Corona-Krise abgemildert werden, aber Unternehmen können dennoch versuchen, die möglichen Risiken zu minimieren.

Abbildung 2: Auswirkungen auf Finanzprozesse nach Branchen-Cluster

Unsere Analyse zeigt, dass Branchen, die stark von physischen Betriebsabläufen abhängig sind, am meisten gelitten haben. Außerdem ist zu beobachten, dass viele produzierende Unternehmen angeben, sehr stark von der Corona-Situation betroffen zu sein. 

Da die lokalen Lockdown-Verordnungen (der „Movement Control Order“ in Malaysia und Singapurs „Circuit-Breaker“) nun erneut verlängert werden und die Maßnahmen zum Teil verschärft wurden, sehen sich viele Unternehmen, die als „nicht relevant“ eingestuft wurden, zur Schließung gezwungen. Die Antworten der Umfrage decken sich mit unserem Verständnis darüber, welche Auswirkungen solche Beschränkungen nach sich ziehen können. 

Die Finanzprozesse waren jedoch in geringerem Maße davon betroffen. Denn die Zielsetzung ist im Finanzsektor noch immer die gleiche: Kostenkontrolle. Und auch ist die Finanzplanung nach wie vor wichtig, aber die Perspektive, aus der wir die Finanzen betrachten, hat sich verändert. 

Im Laufe der letzten Jahre haben die Finanzverantwortlichen die digitale Transformation ihrer Abteilung in Angriff genommen. Und einige dieser Bemühungen zahlen sich jetzt aus. Zum Glück: denn Unternehmen sind heute mehr denn je darauf angewiesen, dass ihre Finanzabteilung richtungsweisend in die Zukunft blickt.

Was waren die größten Herausforderungen für Unternehmen während der Corona-Krise?

Abbildung 3: Herausforderungen für Unternehmen in Zeiten von Corona

Über die 3 größten Herausforderungen, mit denen Unternehmen konfrontiert werden, sind sich die befragten einig:

1. Teamzusammenarbeit und Kommunikation in Zeiten von Corona

Die Digitalisierung von Unternehmen hat sich in den letzten Jahren rasant beschleunigt. Und durch die Corona-Krise und die von der Regierung geforderte Arbeit von zu Hause aus sind Unternehmen nun noch mehr gefragt, die Digitalisierung voranzutreiben. 

Dies ist der größte Wandel von allen. Eine Revolution in der Art und Weise, wie wir unsere Arbeit betrachten; eine Neudefinition von Routinen, an die wir uns gewöhnt haben. Die Teilnehmer unserer Diskussionsrunde sind der Meinung, dass dies die neue Form der Arbeit sein könnte. Die Situation deckt Möglichkeiten auf, wie wir durch Homeoffice aus ermöglichen können, was vorher nicht möglich war. Aller Anfang ist schwer, aber möglicherweise ist Homeoffice die Arbeitsform der Zukunft. 

2. Steigende Nachfrage der Stakeholder nach verlässlichen Finanzdaten

Unternehmen verlassen sich zunehmend auf ihre Finanzteams, wenn es darum geht, die Richtung zu weisen. Dank der Fülle an Finanzdaten, die gesammelt und ausgewertet werden, können zukunftsweisende Erkenntnisse abgeleitet werden.

3. Entwicklung alternativer Geschäftsstrategien 

Online gehen ist hier der Schlüssel zum Erfolg. D. h. Voraussetzungen und Prozesse schaffen, die es dem Unternehmen ermöglichen, ohne physische Präsenz zu funktionieren. Dies ist natürlich nicht für alle Branchen möglich, aber für diejenigen, die es können, wird es hier einen Wandel geben.

Es gibt zweifellos eine Vielzahl von Problemen, mit denen Unternehmen derzeit kämpfen müssen. Und es überrascht nicht, dass sie dabei symptomatisch vorgehen, während wir beginnen, auf die Corona-Pandemie zu reagieren. Richtet man jedoch den Blick nach vorn, so lässt sich beobachten, dass Finanzchefs die Situation auch nutzen, um ihr Leistungsversprechen und die Prozesse in ihrer Abteilung von Grund auf zu überarbeiten.

Was tun Unternehmen, um sich in Zeiten der Corona-Krise anzupassen?

Abbildung 4: Unternehmensstrategien als Reaktion auf Covid-19

Bei der Bewältigung von Krisen wie Corona werden drei Phasen durchlaufen: Schock, Durchhalten und Erholung. Unsere Ergebnisse zeigen, dass sich die Mehrheit der Unternehmen aktuell beim Übergang von der ersten Phase des Schocks zur zweiten Phase des Durchhaltens befindet. Die Top-Strategien, die Unternehmen hier anwenden, sind in allen Branchen gleich – Umsetzung der Kostenkontrolle, Prozessoptimierungen und Identifizierung alternativer Einnahmequellen.

Die Umsetzung dieser Strategien wird verständlicherweise einige Zeit in Anspruch nehmen, aber einmal überstanden werden die Widerstandsfähigkeit eines Unternehmens dadurch auf lange Sicht erhöht. 

89 % aller Befragten glauben, dass die Auswirkungen von Corona über ein halbes Jahr anhalten werden. Die zu erwartende durchschnittliche Dauer der Auswirkungen liegt bei etwa drei Quartalen. Und genau das ist die Zeit, die sich Unternehmen zunutze machen können, um sich neu zu erfinden und ihre Prozesse zukunftssicher zu stärken.

Abbildung 5: Wie lange Firmen glauben, dass die Coronavirus-Situation andauern wird

Fazit der Umfrage

  • 91 % der Unternehmen waren entweder mäßig oder stark von der Corona-Krise beeinträchtigt.
  • 89 % aller Befragten glauben, dass die Auswirkungen der Corona-Krise über ein halbes Jahr andauern werden.
  • Über 60 % aller Befragten führen im Laufe der Corona-Krise Maßnahmen zur Kostenkontrolle ein und nehmen Prozessverbesserungen vor.

Auch unsere LucaNet-Softwarelösungen unterstützen Finanzteams in Zeiten von Corona, ist aber auch außerhalb von Krisenzeiten unerlässlich. 

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